Schweigen ist silber. Schweigen müssen ist gold.

Schweig!

Kurz bevor wir unser Ausflugsziel erreicht haben, sagt er zu mir: „Sag jetzt nichts mehr. Bis ich es Dir wieder erlaube.“

Ich schau ihn an und muss lächeln. Es kribbelt ein wenig in meinem Bauch. Direkt spüre ich neben einer gewissen Erregung auch ein Stückchen Widerwillen in mir.

Die Alltags- und Business-Anna in mir sagt sofort: „Wieso lässt Du Dir was vorschreiben? Und auch noch den Mund verbieten! Geht ja gar nicht!“

„Halt die Klappe“ raune ich ihr innerlich leise zu „das hier verstehst Du nicht!“ Sie ist still. Erst mal.

Ich nicke ihm zu und wie immer in solchen Situationen komme ich mir erst mal etwas komisch vor.

Gehorsam

Wir kommen an, parken den Wagen und steigen aus. Es ist schon Abend und wir wollen noch ein Stück spazierengehen. Intuitiv möchte ich ihm, weil ich schon mal hier war, sagen, wo es langgeht, möchte auf dies und das hinweisen und sagen, wie schön es hier doch ist.

Ich schweige.

Es ist für mich selbst total spannend mal bewusst zu erleben, wie viele Impulse, etwas zu sagen, andauernd in mir hochsteigen. Und ich bin schon ein wenig stolz darauf, dass ich es schaffe, sie zu unterdrücken. Leicht fällt es mir erstmal allerdings nicht.

Und es wird noch schwieriger…

Da es, wie bereits erwähnt, schon Abend ist, sind nur noch wenige Menschen unterwegs.

Demütigung

Wären viele Menschen unterwegs, wäre es klar, dass wir nicht jeden grüßen. Aber so ist es etwas anderes. Auf dem beliebten Wanderweg kommen uns in der Dämmerung nur noch ein paar wenige Menschen entgegen und natürlich… grüßen sie alle.

Ich muss alles in mir zusammennehmen, um meinem Bedürfnis nach Höflichkeit zu wiederstehen. Ich grüße nicht zurück.

Er tut es dafür und meine innere Stimme fängt wieder an zu zettern: „Was soll denn das? Was sollen die bloß von Dir denken??? Dass Du so eine Tussi bist, die den Mund nicht aufkriegt??“

Und ich erwidere innerlich: „Ist es nicht völlig egal, was ein paar fremde Menschen von mir denken?“

Aber ich merke, dass ich mir das selbst nicht so ganz glaube. Denn es macht mir etwas aus.

Und gerade dass es mir etwas ausmacht, macht es widerum reizvoller.

Denn was wäre ein Verbot in dieser Art denn schon, wenn es mir total leicht fiele, es einzuhalten?

So spüre ich einen leichten Anflug von Scham in mir aufsteigen. Und ein Gefühl von Demütigung.

Freiheit

Bei dem nächsten Päärchen das uns entgegenkommt, schaue ich äußerst interessiert auf die Kühe auf der Weide auf der anderen Seite und tue tatsächlich so, als würde ich den Gruß nicht bemerken. Ich schweige tapfer weiterhin, auch bei den nächsten 3 Spaziergängern, an denen wir vorbeigehen.

Und langsam kommt da noch ein Gefühl in mir hoch, das ich höchst erstaunt begrüße: ein Gefühl von Freiheit.

Zuerst zeigt es nicht nur ganz sanft, lugt sozusagen vorsichtig um die Ecke, ob das auch ok ist, jetzt hier aufzukreuzen. Doch als es bemerkt, dass alles ok ist, hüpft es hervor, springt leichtfüssig auf und ab und verursacht dadurch kleine Wellen von Wohlgefühl in mir, die sich langsam in meinem ganzen Körper ausbreiten.

Ich entspanne mich. Werde weich. Ich lächle.

Er sieht es. Lächelt zurück.

Lust

Mit der Entspannung kommt die Lust. In meinen Lenden pocht es leise. Ich nehme einen tiefen Atemzug in der frischer werdenden Abendluft.

Natürlich lasse ich mir das nicht anmerken. Also ich versuche es zumindest. Sonst könnte er noch denken, ich finde Gefallen an alledem. Und würde das dann vielleicht nie wieder machen.  Logisch oder? 😉

Nach ca. 20 Minuten – einer gefühlten Ewigkeit – sagt er mir, dass ich jetzt wieder sprechen darf.

15 Minuten früher hätte ich noch geschworen, dass es jetzt aus mir rausbricht. Alles, was sich da an Gedachtem, aber nicht Ausgesprochenem, angestaut hat.

Doch erstmal sage ich gar nichts außer „Ok“ und bin selbst erstaunt darüber, dass noch ein paar weitere Minuten vergehen, bis die ersten Sätze wieder aus meinem Mund kommen.

Doch die Erregung durch die erinnerten Gefühle bleibt.

Und sie bleibt auch, als wir in einer Gaststätte noch etwas trinken und dem Alpenglühen zuschauen.

Sie bleibt auch auf dem Rückweg zum Auto und sie bleibt bis zur passenden Stelle im Wald, wo wir unser Auto für eine Weile parken in dieser tiefschwarzen, mondlosen Nacht, die noch bis zum Morgengrauen von Lust erfüllt ist.

Alles Liebe
Anna

 

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