Berührung – Heilung für die Seele

Es gibt ein Geheimnis, das die meisten Männer nicht kennen. Oder sie kennen es und nutzen es nicht.

However… dieses Geheimnis ist eigentlich völlig unspektakulär, doch gerade darin liegt seine eigentliche Macht.

Als ein Mann es – vor vielen, vielen Jahren – bei mir zum ersten Mal anwandte, sind mir fast die Knie weggesackt und noch bis heute kann ich dem kaum widerstehen.

Gleichzeitig kommt kaum ein Mensch mir so nahe, mich genau dort wirklich auf diese Art berühren zu können.

Die Rede ist von meiner ultimativen erogenen Zone: Mein Gesicht.

Und ich weiß, dass ich damit nicht alleine bin. 😉

Das erste Mal

Wir küssten uns nicht zum ersten Mal. Er war ein guter Küsser.

Ich war 19 und ich hatte schon meine ersten sexuellen Erfahrungen gesammelt.

Heute wollten wir etwas weiter gehen, doch ich war noch unsicher, ob wir schon lange genug zusammen waren, ob es sich wirklich gut anfühlte, etc.

Dann passierte es.

Er kam mir näher und anstatt seine Arme um mich zu legen und mich zu küssen wie sonst… führte er seine Hände langsam und vorsichtig an mein Gesicht.

Zuerst berührten nur seine Fingerspitzen meine Wangen. Doch schon in diesem Moment kribbelte es in meinem ganzen Körper.

Dann strichen seine Finger langsam in Richtung Hals und gleichzeitig legte er dabei mein Gesicht in seine Handflächen.

So küsste er mich zärtlich.

Ich war genau ab diesem Moment verloren.

Absichtslosigkeit

Okay, das Ganze hat einen Haken. Wir Frauen haben so ungemein feine Antennen dafür, warum ein Mann tut, was er tut.

Und ich für meinen Teil gebe ganz offen zu: Wenn ich weiß, dass es nur passiert, damit das Ergebnis für ihn am Ende passt, dann ist der Kick raus.

Ende. Puff – Luft raus.

Doch wenn ein Mann mein Gesicht in seine Hände nimmt, um mich zu halten… Ooooh, da garantiere ich für nichts. 😉

Was wir Menschen so sehr vermissen

Diese Berührung im Gesicht, dieses Gehaltenwerden ist schon sehr besonders. Ich traue mich darauf wetten, dass fast jede Frau es liebt und…

…dass fast jede Frau es vermisst.

Und es ist nicht nur diese spezielle Berührung, die wir vermissen.

Was ich sehe ist, dass wir Menschen – Männer wie Frauen – unter einem enormen Mangel an Berührung ansich leiden.

Ich glaube ja, dass, alleine durch mehr aufmerksame, achtsame, zärtliche Berührungen, sehr viele Leiden auf einfachste Art geheilt werden könnten.

Doch es ist zu wenig. Es ist einfach immer zu wenig!

Warum berühren wir Menschen uns bloß so wenig? Wovor haben wir denn eigentlich Angst?

Die Magie der Berührung

Ich lasse los. Seine Hände tun nichts außer mein Gesicht ganz leicht zu halten. Und ich lasse los.

Immer mehr. Bis es sich anfühlt als wäre ich Wachs zwischen seinen Fingern.

Ein Moment der Ewigkeit.

Erst nach einer ganzen Weile bewegen sich seine Hände weiter und etwas in mir will rufen: Nicht bewegen! Lass uns für immer so bleiben.

Der Moment ist vorbei, doch zu meinem großen Glück, weiß mein junger Geliebter seine Hände auch an anderen Stellen gut einzusetzen und so darf ich noch eine Weile weiter einfach dahinschmelzen, während meine Seele ein kleines Stückchen heilt.

Das Geschenk

Dieser junge Mann – mit dem ich damals nicht sehr lange zusammen war – hatte mir ein großes Geschenk gemacht. 

Er hatte mir gezeigt und mich spüren lassen, wie wichtig mir Berührung ist und was sie vermag.

Und obwohl ich mir dessen seitdem sehr deutlich bewusst bin, konnte ich mein Bedürfnis nach Berührung nicht immer erfüllen.

Da ist auch heute noch eine Art „Hunger“, denn ich musste immer und immer wieder feststellen, dass Menschen wirklich Probleme mit zärtlicher, absichtsloser, körperlicher Berührung haben.

Das Thema hat mich nie ganz loslassen, deswegen wollte ich dem heute endlich mal einen Blogartikel widmen.

Heilung für die Seele

Dabei ist Berührung so heilsam.

Und weil wir das ja schon irgendwie ahnen, bezahlen wir Menschen sogar dafür.

Wir lassen uns massieren, therapieren, gehen zum Friseur und zur Gesichtspflege.

Wir gehen zum Reiki oder vielleicht sogar zum Tantra- oder Kuschelworkshop.

Nur um etwas Berührung zu erhaschen.

Berührung, die wir teilweise seit unserer Kindheit so schmerzlich vermissen, weil manche von uns schon eine Woche nach der Geburt nicht mal mehr nachts den mütterlichen Körper spüren durften und schon gar nicht den nackten.

Und wenn es nicht nach einer Woche war, dann spätestens nach einigen Monaten. Eigenes Zimmer, eigenes Bett. Gekuschelt wird gerade noch 10 Minuten am Tag. Mit Glück.

Und so ist es nicht verwunderlich, dass wir uns später die meiste Zeit unseres Leben in unsere Individualdistanz einhüllen und niemanden an uns heran lassen.

Und das bisschen Berührung, das wir noch im Herzen tragen, behalten wir auch lieber für uns selbst.

Berühre mich!

Viele Jahre später. Ich treffe einen Mann und wir spüren, dass wir uns gegenseitig etwas zu geben haben.

Als ich endlich in seiner Türe stehe, nimmt er meine Hand.

Ich lasse mich führen. Ich weiß, dass wir gemeinsam in eine Welt abtauchen wollen, die all den Alltag hinter sich lässt.

Und tief in mir formt sich noch immer nur ein Wunsch:

Berühre mich! Berühre meinen Körper und berühre mich in der Tiefe meiner Seele!

Und da nimmt er mein Gesicht in seine Hände… 

… und ich falle.

 

Love.

Anna

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11 Gedanken zu „Berührung – Heilung für die Seele

  1. Oh Christina, das hast du so schön geschrieben und mir geht es genau wie du beschreibst. Die Berührung im Gesicht, denn dort kann man nicht grob sein. Da muss viel Liebe, Zärtlichkeit und Behutsamkeit da sein und das ist es, was mich erreicht und mir gut tut. Bei meinen Massagen sehe ich auch, wie die Menschen dann nochmal mehr loslassen, wenn ich das Gesicht berühre.

    Ich hoffe, du hast den Mann vom Schluss deines Blogbeitrages noch. Ich würde es dir so wünschen.
    Alles Liebe
    Deine Yvonne <3

    1. Liebe Yvonne,

      oh ja, Massagen sind eine ganz wunderbare Möglichkeit, Menschen Aufmerksamkeit und Berührung zu schenken.
      Danke für Dein schönes Feedback. 🙂

      Alles Liebe
      Anna

  2. Oh liebe Christina,
    ich weiß ja nicht wie viele verrückte Träume du noch hast, aber sollten diese hier mal ein Buch ergeben, dann schick mir bitte ein signiertes Exemplar 🙂
    danke 🙂
    ich liebe deine Blogs, auch ziemlich egal zu welcher Uhrzeit. 🙂 Danke für deinen Mut, dein Sein, dein dich zeigen und deine Traumverwirklichungen.
    GLG, Gabriela

  3. Liebe Anna,

    in meinem ersten Kommentar zu Deinem wundervollen Blog habe ich dir geschrieben – Du hast mich berührt. Ja, das war wirklich so. Und nun schreibst du neue Beiträge. Wie wunderbar!

    Berührung… was für ein faszinierendes Thema, wenn man sich drauf einlässt. Wir leben ja in einer Zeit, in der es durchaus modern ist, sich zur Begrüßung zu umarmen. Ich denke, ich bin eine ganz passable Beobachterin. Und wenn man manchmal etwas hinschaut oder gegebenenfalls nur mal spürt, so nimmt man schnell wahr – diese Begrüßung fällt oft so aus weil man das eben so macht. Und im anderen Fall vielleicht auch weil es tatsächlich herzlich gemeint ist.

    Ich selber tue mich mit Bussi Bussi sehr schwer. Das ist einfach nicht meine Welt. In meiner Welt gibt es eine Begrüßung mit Handschlag. Respektvoll mit Abstand. Oder eben eine Begrüßung mit Umarmung. Diese ist dann warm und herzlich. Ich bin immer wieder fasziniert, wie irritiert Menschen davon sind. Davon, dass ich in diesem kleinen Moment genau das tue was sie selber zu tun vorgeben… einen Menschen so umarmen, dass es ihn berührt. Meine Erfahrung ist die… wenn ich einen Menschen bei der ersten Begegnung umarme, spüre… da ist so eine Art des Fremdelns… dann bleibt das dann auch meistens so, im weiteren Verlauf. Und andererseits, wenn sich bei der ersten Berührung etwas transportiert, ein Gefühl, oder – ist das Intuition? dann passt das dann auch meist langfristig. Ein perfekter Seismograph für meine Beziehungen, denke ich manchmal. Und wenn ich dann doch immer mal wieder der Ratio folge, Vernunftmäßig sage… ok, fühlt sich nicht so an, aber schaun wir mal… dann bestätigte sich bislang immer wieder mein erstes Gefühl.

    Bei vielen Menschen spürt man bei der Gelegenheit den sprichwörtlichen Stock im Arsch. Und dann bin ich immer geneigt zu schreien… mach dich doch mal locker! Was für mich auch immer wieder erstaunlich ist, dass so viele Menschen denken man merkt diese Verspanntheit nicht. Ich glaube, ein guter Weg um diese Spannungen etwas loszuwerden ist das Tanzen. Wenn zwei Körper miteinander spielend sozusagen eins werden, auf der Tanzfläche. Nun bin ich leider keine besonders gute Tänzerin. Aber immer wieder fasziniert davon, wenn Menschen sich beim Tanzen anscheinend ineinander verlieren, sozusagen. Einfach loslassen. Was für ein wunderbarer Moment.

    Was Berührungen angeht, so habe ich in meinem Leben Erfahrungen machen dürfen, die die Deinen auf einer ganz anderen Ebene ergänzen. Vielleicht werde ich bei einem meiner nächsten nächtlichen Besuche Deiner so sehr bereichernden Seite hier noch ein wenig darüber berichten. Jetzt nehme ich das schöne Bild, ein warmes weiches Gesicht, gehalten von klaren starken Händen, mit in den Schlaf und freue mich auf inspirierende Träume 😉

    Liebe Anna, vielen Dank dass ich hier dabei sein und an Deinen Gedanken teilhaben darf. Fühl Dich warm und herzlich umarmt von

    Alexa.

    1. Liebe Alexa,

      ich bin spontan verliebt in Dich! 🙂

      Ich danke Dir für Deine Worte, die mich in der Tat warm und herzlich umarmen, da kann mein Herz nur höher schlagen.

      Wenn Du magst, schreib doch eine kleine Geschichte über Deine Berührungs-Erfahrungen und wir geben ihnen dann hier einen ganz eigenen Raum (also einen eigenen Beitrag).

      Alles Liebe
      Anna

  4. Berührung schafft Wunder und Heilung.

    Absichtslose Berührung, das, was Du beschreibst, öffnet Räume, das ist unglaublich.
    Wenn dazu noch der „ich sehe Dich“ Moment geschehen darf, dann kommt eine ganz neue Qualität des gewahr seins, der Verbindung dazu.
    Menschen, die in touch sind, können keine Kriege führen 😉

    Nicht nur darum wünsche ich uns allen ein feines gehalten sein und für wahr genommen werden.

    Danke für diese schöne Beschreibung
    Love
    Regina

  5. Ach Anna, wie geil ist das denn! Schockverliebt 😀

    Hier ist mal wieder der nächtliche Blog Geist. nun hast du mich ein wenig angezeckt und auf eine Idee gebracht. Wie du ja bereits weißt, habe ich Lust zu schreiben. Aber ganz so weit bin ich halt noch nicht. Ich bin mir auch überhaupt nicht sicher, ob das am Ende irgendjemand lesen will. Gut, Anna sicherlich, wie ich es verstanden habe. Und darum geht’s ja im Moment. Du hast mich berührt, und vielleicht auch ich dich ein wenig. Die Zaungäste… sind halt Zaungäste. Gut so 😉

    Nun könnte ich ja meine kleine Geschichte hier im Kommentar verfassen. Mir kam aber noch eine andere Idee. Und zwar habe ich mir überlegt, ich könnte das ganze mal aufschreiben und dir zusenden. Wenn dir das dann gefällt und du der Meinung bist, es könnte für den einen oder die andere interessant genug sein, hast du den ersten Gastbeitrag in deinem wundervollen Blog. Und – ich darf die erste sein! Wunderbar!

    Könntest du dir so etwas vorstellen? Nur wenn es passt, wenn nicht ist auch nicht schlimm. Vielleicht kannst du mir damit ein wenig helfen, die Angst überwinden vor der ersten Veröffentlichung.

    Aufgeregte Grüße in die Nacht und eine herzliche Umarmung für dich von

    Alexa

    PS: hab gerade Deinen Kommentar nochmal gelesen, Du hast ja genau das vorgeschlagen… Ich leg mich hin. Ich brauch Schlaf!

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